Déjà-vu

"Als Déjà-vu bezeichnet man eine Erinnerungstäuschung, bei der eine Person glaubt, ein gegenwärtiges Ereignis früher schon einmal erlebt zu haben. [...] Ein Déjà-vu tritt beim gesunden Menschen vereinzelt spontan, im Zustand der Erschöpfung oder bei Vergiftungen, aber auch in Träumen gehäuft auf." So warnt Wikipedia.

Am 10. Oktober 2019 hatte ich, wie auch etliche weitere Personen die im Foyer des Krankenhauses von Bruneck zugegen waren, plötzlich das Gefühl, das gerade stattfindende Ereignis schon einmal durchlebt zu haben. Doch glücklicherweise waren weder ein trügerischer Tagtraum, noch ein Anfall kollektiver Erschöpfung, noch eine vergeltungswürdige Vergiftung durch irgend ein fest/flüssig/gasförmiges Agens die Ursache. Im Gegenteil! Der Verein "Lichtung/Girasole" hatte zu seiner alljährlichen Ausstellungseröffnung geladen und dieses Jahr, zu unserer großen Freude, wieder mit Beteiligung der Astronomiegruppe "astrocusanus"! Zuletzt gab es dieses Joint Venture im Jahre 2015 unter dem Arbeitstitel "Licht", heuer hingegen sollte "Kosmos" das Motto sein.

Nachdem in den ersten, warmen Septembertagen die Teilnahme mit Handschlag endgültig besiegelt wurde, haben sechs Schüler der Astrogruppe in den darauffolgenden Wochen fleißig Photonen gesammelt, um schlussendlich bei der Vernissage mit sechs eigenen Fotos von astronomischen Objekten aufwarten zu können. Vier davon wurden im Observatorium "torretta" des IPC Bruneck aufgenommen, für die Möglichkeit der Nutzung gilt unser aufrichtiger Dank, eines wurde beim "1. offiziellen Herbstausflug" der Astrogruppe mit einer Spiegelreflexkamera geschossen und das letzte schließlich remote, mit einem der Teleskope des itelescope-Netzwerks gewonnen.

Die sechs Fotos sind in der nachstehenden Collage zu sehen. Für "Gourmetaugäpfel" geht es hier zur virtuellen Ausstellung der Bilder in höherer Auflösung.  Zum "Nochmalsehen" gibt's dort auch immer noch die Ausstellung des Jahres 2015.

Die gewählten Motive waren heuer:
  • ein Filament des Cirrus-Nebels, aufgenommen von David Wild,
  • der Mond in Farbe, aufgenommen von Vera Oberhauser,
  • der Hantelnebel, aufgenommen von Julie Enz,
  • der Kugelsternhaufen M13 von Dominik Moser,
  • die Milchstraße über dem Oberwielenbacher Tal von Johannes Rubner und Adrian Lanz und
  • die Mondfinsternis vom 20. Januar, ebenso von David Wild.


Bild 1: Collage der sechs Bilder, welche wir zur Ausstellung beigesteuert haben.
Für eine größere Ansicht sei auf unsere virtuelle Ausstellung verwiesen.

Besonders freut es uns, dass es das Mondbild von Vera Oberhauser auf die Einladung geschafft hat! 

Bild 2: Die Einladung mit dem "Mond in Farbe" von Vera Oberhauser.
Zur Backgroundstory dieses Bildes gibt es einen eigenen Blogartikel.

Etliche Mitglieder der Astrogruppe ließen sich die Vernissage nicht entgehen, so dass sich wieder mal die Gelegenheit für ein Gruppenfoto bot!

Bild 3: Die sechs Astrofotografen (von links: David Wild, Johannes Rubner, Vera Oberhauser,
Adrian Lanz, Julie Enz und Dominik Moser), zudem der Astrogruppen-Neueinsteiger
Matthias Mair sowie der Lehrer Christof Wiedemair.

An dieser Stelle ein flotter Flashback zum Trupp von vor vier Jahren!

Bild 4: Die sechs Astrofotografen von 2015 mit ihren Werken! Von links: Ira Morawetz
(Physikstudentin), David Niederkofler (Student der Ingenieurswissenschaften), René Nardi (Physikstudent),
Jonathan Seeber (Igenieurswissenschaften), Thomas Franzinelli (Economy&Management)
und schlussendlich Patrick Franzinelli (World Bachelor in Business).

Ein herzlicher Dank geht an Monika Gasser für die tolle Gelegenheit, zur Ausstellung beitragen zu dürfen. Ebenso geht ein Dankeschön hinaus an die vielen Unterstützer unserer Astronomiegruppe, insbesondere an die Bildungsdirektion des Landes, an die Eurac, an die Stadtgemeinde Bruneck, an die Stiftung Südtiroler Sparkasse, an die Raiffeisenkasse Bruneck und an Arnold Gasser vom Unternehmen DUKA.

So hat sich also das Déjà-vu vollends in Wohlgefallen aufgelöst und wer nach all dem immer noch zweifelt, dass die Astronomiegruppe durchaus Déjà-vu-freundlich gesinnt ist, dem möge mit den nachfolgenden zwei Bildern endgültig der Wind aus den kleingläubigen Segeln entfleuchen.

Bild 5: Astronomen beim Mähen! Links David Niederkofler am 21. September 2015,
rechts Johannes Rubner am 15. September 2019. Déjà-vu?


Bild 6: Astronomen beim Großreinemachen! Links Renè Nardi und Ira Morawetz am 21. September 2015,
rechts Dominik Moser und Vera Oberhauser am 15. September 2019. Déjà-vu?



Christof Wiedemair





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