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Auf "Blut" folgt "Bunt"

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Nachdem der Jänner das Vergnügen hatte uns einen - Vorsicht, neues Modewort - "Blutmond" 👻 bescheren zu dürfen, wollte der Februar dem natürlich nicht nachstehen. Und so legte er eine volle Woche tadellosen Astrowetters aufs Parkett, welches uns wiederholt in die kalten Winternächte trieb. Da just zu dieser Zeit der alte, gute Mond uns sein zunehmend runderes Gesicht zeigte, geriet er in unser Visier.

Ein Plan war schnell gefasst: Mit ausgefeilter Aufnahme- und Bearbeitungstechnik wollten wir dem fahlen Mondlicht seine Farben entlocken. Nein, das ist kein Druckfehler meinerseits bzw. Sehfehler leserseits. Der Mond zeigt aufgrund von lokalen Variationen in der chemischen Zusammensetzung seiner Oberfläche Farbunterschiede, wenngleich diese auch nur winzig sein mögen. Schafft man es, ein ausgesprochen rauscharmes Bild zu gewinnen, so lassen sich diese Feinheiten mittels beharrlichem Feilschen mit dem Sättigungsregler herausarbeiten.

Um das angesprochene, rauscharme Ausgangsbil…

Totale Mondfinsternis 2019

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Nachdem die heiß ersehnte totale Mondfinsternis am 27. Juli 2018 für Beobachter im Brunecker Talkessel, gewiss beeindruckend, jedoch wohl behütet hinter einem dicken Wolkenschleier stattfand, war die Spannung groß, als der 21. Januar 2019 näherrückte. An diesem Montagmorgen sollte sich der Mond erneut in den Kernschatten der Erde schieben.

Die Astrogruppe hatte sich vorgenommen, jedem interessierten Frühaufsteher einen Blick auf das Himmelsschauspiel zu ermöglichen und stellte deshalb zwei Feldstecher auf Stativen auf dem Parkplatz vor dem Schulgebäude auf. Über Instagram, Facebook und WhatsApp wurde die "frohe Kunde" unserer geplanten Aktion verbreitet, doch die Konkurrenz in Form wohlig warmer Betten in beheizten Räumen war erbarmungslos! Trotzdem fand sich ab 4:30 Uhr bei einer frostigen Temperatur von -15 Grad Celsius ein daunenbewehrtes Dutzend an Mondsüchtigen am Veranstaltungsort ein!


War es zu Beginn noch der Halbschatten, der sich zaghaft am oberen Mondrand bemerkba…

46P/Wirtanen - Entfernung mittels Parallaxe

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Der 1948 entdeckte Komet 46P/Wirtanen hat eine besonders kurze Umlaufzeit. Alle 5,4 Jahre kommt der Körper aus Staub und Eis in die Nähe der Sonne und bildet die für Kometen charakteristische Gashülle (Koma) sowie einen manchmal mehr, manchmal weniger ausgeprägten Schweif aus. Bei der für den Winter 2018 angekündigten Passage sollte der Komet zudem der Erde besonders nahe kommen und so zu einem mit dem freien Auge sichtbaren Objekt am Nachthimmel werden. Ein guter Anlass für die Astrogruppe sich den faszinierenden Weltenwanderer vorzuknöpfen!

Bereits im vergangenen Sommer wurde Christof Wiedemair, Leiter der Astronomiegruppe, in den sozialen Medien auf den herausragenden Astrofotografen Sebastian Voltmer aufmerksam. Da Sebastian viele seiner Aufnahmen in Namibia anfertigt, entstand die Idee, irgendwann mal gemeinsam die Distanz zu einem Himmelskörper mittels des sogenannten Parallaxeneffekts zu bestimmen.

Die Parallaxe hat zwar einen komplizierten Namen, ist aber eigentlich etwas sehr…

Greifbare Göttin - Venus in Erdnähe

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Nachdem uns unser Nachbarplanet Venus im Frühling und Sommer 2018 mit einer schönen Abendsichtbarkeit die späten Tagesstunden versüßte, stand er am 26. Oktober schließlich in "unterer Konjunktion" zur Sonne. Dies bedeutet, dass Venus zwischen Erde und Sonne vorbeiwanderte - nicht exakt, denn sonst hätte es einen sogenannten Venustransit gegeben, bei dem sich die Venus als dunkle Silhouette von der hellen Sonnenscheibe abhebt. Solch ein ebenso seltenes wie spektakuläres Ereignis erwartet uns leider erst wieder im fernen Jahre 2117. Stattdessen zog Venus dieses Mal etwa sechs Grad unterhalb der Sonne vorüber und ging fortan am Morgenhimmel vor der Sonne auf, ist also wieder unser "Morgenstern".

Man muss keine Koryphäe in euklidischer Geometrie sein, um zu erkennen, dass eine untere Konjunktion mit einem besonders kleinen Abstand zwischen Erde und Venus einhergehen muss. Demnach erscheint uns Venus zu dieser Zeit am Himmel besonders groß. Tatsächlich kann der Winkeldu…

Ein alter Bekannter...

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Der Stern VV Cephei war im vergangenen Schuljahr eines unserer favorisierten Beobachtungsziele! Mehr als 12 Mal richteten wir unser Schulteleskop auf das unscheinbare 5-mag-Pünktchen im Sternbild Kepheus und registrierten unseren groben Schätzung nach insgesamt 7 Milliarden Photonen von dem etwa 5000 Lichtjahre entfernten Stern. Trotz dieser großen Anzahl beträgt die gesamte aufgesammelte Lichtenergie damit nur wenige Nanojoule! Die weitgereisten Photonen wurden in dem Projekt, welches Patrick Franzinelli bei seiner Abschlussprüfung mit Erfolg vorstellte, nicht etwa nur gezählt, wie das bei der Photometrie passiert! Nein, sie wurden von unserem Spektrographen fein säuberlich nach ihren Regenbogenfarben getrennt und offenbarten uns so weit mehr an Information.

Auch heuer ließen wir es uns nicht nehmen, einen Abstecher bei unserem alten Bekannten VV Cephei zu machen! Am 22. Oktober 2018 brachen Lisa Niederbrunner und Pauline Hofer gemeinsam mit mir zum Schulobservatorium auf. Mit an Bor…

Sterne schauen am Burgerhof

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Im vergangenen Schuljahr 2017/18 hat das umtriebige Mitglied unserer Astrogruppe Dominik Moser gemeinsam mit seinen Mitschülern den "externen Lernort" Burgerhof in Prags besucht. An diesem traumhaft gelegenen Ort können Kinder und Jugendliche in die Südtiroler Natur- und Kulturlandschaft eintauchen und in aller Abgeschiedenheit die tollsten Erlebnisse haben.

Wer das Vergnügen hat, Dominik zu kennen, der weiß, dass er nie um eine Idee verlegen ist und so schlug er spontan vor, das Angebot des Burgerhofs um astronomische Inhalte zu erweitern. Bei Alex Unteregger, dem Leiter des Hofs, fiel diese Idee sofort auf fruchtbaren Boden und so fand am 5. September 2018 schließlich die erste Astronomieveranstaltung "auf Burg" statt!

Bereits vor offiziellem Veranstaltungsbeginn lachten Mars und Saturn über den südlich gelegenen Bergkamm und boten sich zur Beobachtung im mitgebrachten Feldstecher an. Dann ging's los! In einer ungezwungenen Runde aus Grundschullehrern, Pädago…

Eine neue Saison

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Obwohl das heurige Schuljahr noch nicht begonnen hat, muss das für die Astronomiesaison am Cusanusgymnasium Bruneck noch lange nicht gelten. Und so ließen es sich Lisa, Vera und Dominik nicht nehmen, meiner Einladung zu einer Beobachtung am 28. August 2018 zu folgen. Ganz bewusst hatte ich zu diesem Treffen die drei beim Wettbewerb "Junge Forscher gesucht!" siegreichen Jungastronomen eingeladen, denn sowohl Vera, als auch Dominik werden leider bald nach England bzw. Mailand reisen, um dort ihre Studien fortzusetzen. Somit war es zugegeben auch ein etwas wehmütiges Abschiednehmen, was aber gewiss nicht hieß, dass die Stimmung trübe und gedrückt gewesen wäre...

Geplant war ein Photometrieabend mit unserem langjährigen Freund "CY Aquarii", unserem Lieblingsvariablen im Sternbild Wassermann. Doch kein Saisonsstart ohne technische Probleme! Während uns das fehlende Verbindungskabel zwischen der Kontrollbox des Fokusmotors und dem USB-over-IP-Server schnell auffiel, bere…