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Das Licht von VV Cephei

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Das aufwändigste Projekt des zurückliegenden Schuljahres 2017/18 war gleichzeitig auch ein Novum. Seit Mai 2017 investierte die Astrogruppe regelmäßig Beobachtungszeit und "manpower" in die "Spektroskopie von VV Cephei" und setzte dabei den schuleigenen Spektrographen DADOS erstmals für ein astronomisches Projekt ein. Die Lernkurve zeigte steil nach oben! Während das erste Spektrum noch wenig aufgelöst und unscharf war, gelang es uns mit den Monaten immer besser, dem Licht des ca. 5000 Lichtjahre entfernten Doppelsterns seine Geheimnisse zu entlocken.

Aber der Reihe nach!

VV Cephei ist ein ferner Doppelstern im Sternbild Kepheus. Das System erscheint für erdgebundene Beobachter ca. 5 mag hell und ist damit gerade eben mit freiem Auge sichtbar. In Wirklichkeit ist der Doppelstern jedoch ein Objekt der Superlative! Der kühle M-Stern des Systems ist mit ca. 1500-1900 Sonnendurchmessern [sic!] einer der größten bekannten Sterne. Sein heisser B-Stern-Begleiter bringt es…

Wie wiegt man eigentlich einen Planeten?

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David Niederkofler besuchte im zurückliegenden Schuljahr 2017/18 die Abschlussklasse 5cR des Realgymnasiums in Bruneck. Als langjähriges Astrogruppenmitglied ließ er es sich natürlich nicht nehmen, zu seiner Abschlussprüfung mit einem Astro-Thema aufzukreuzen. Im nachfolgenden Bericht stellt er es vor!

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Als mich Herr Wiedemair an einem Beobachtungsabend der Astrogruppe am Anfang des Schuljahres fragte, ob ich denn schon ein Schwerpunktthema für die Matura ausgewählt hätte, verneinte ich. So kam es, dass er mir, wegen des günstigen Standes des Planeten Uranus, ein Projekt vorschlug, bei dem es darum gehen sollte, die Umlaufbahnen der Uranusmonde zu vermessen, um daraus die Masse des Zentralkörpers zu berechnen. Ich war vom Vorschlag begeistert und so machte ich mich daran, den Plan umzusetzen.
Der erste Schritt war die Datensammlung. An fünf Nächten um die Oppositionsstellung des Uranus im Oktober nahmen verschiedene Mitglieder der Astrogruppe mit dem Schu…

Astrogruppe auf Achse II

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Zum Ende des Schuljahres hat sich die Astrogruppe nochmals in die große Welt hinausgewagt:

Am Montag, den 4. Juni 2018 waren Lisa, Vera, Dominik, Patrick und David in Begleitung meiner Wenigkeit beim Vereinstreffen der Amateurastronomen "Max Valier" in Bozen zu Gast. Dort durften wir einige Projekte vorstellen, an denen wir heuer gemeinsam gearbeitet hatten.

Zu Beginn stellte ich kurz den "Lebenslauf" der Astrogruppe seit ihren Anfängen im Jahr 2006 vor, dann sprach David über das Projekt, das er auch bei seiner mündlichen Maturaprüfung vorstellen wird, der Bestimmung der Masse des Uranus aus Beobachtungen in fünf Nächten im Oktober 2018. Davids Projekt besticht insbesondere durch die erstaunlich hohe Genauigkeit des Endergebnisses bei gleichzeitig nur einer einzigen, nicht selbst gemessenen Größe, nämlich der Distanz Erde-Sonne. Dieses Projekt wird das Thema unseres nächsten Blogartikels sein!

Nach David sprach Patrick, und auch er stellte sein Maturathema vor, un…

Junge Forscher gefunden!

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Mission accomplished! 🙌

Die drei Mitglieder der Astrogruppe Lisa Niederbrunner, Vera Oberhauser und Dominik Moser sind von ihrem Trip zum Finale des Wettbewerbs "Junge Forscher gesucht!" am vergangenen Donnerstag und Freitag (19. und 20. April 2018) siegreich zurückgekehrt! Wie im letzten Beitrag in unserem Blog beschrieben, haben die drei dort ihr Projekt zum variablen Stern USNO-A2.0 0825-02657246 im Sternbild Einhorn vorgestellt. Die internationale Jury ließ sich von der Qualität und dem Umfang des Beitrags überzeugen und honorierte die geleistete Arbeit mit dem, ex aequo mit einem Projekt aus Graubünden zugesprochenen, 1. Platz und vergab einen Geldpreis in der Höhe von 2500 Euro.




Seitdem klar war, dass die drei Nachwuchsforscher im Finale des Wettbewerbs stehen, wurde eifrig an der Präsentation gefeilt. Englische Texte wurden ausformuliert, umformuliert, verworfen und wieder ganz neu formuliert, mögliche Fragen der Jury wurden geweissagt, aufgelistet und geklärt, Poster …

Finale!

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Die drei eifrigen Mitglieder der Astrogruppe Lisa Niederbrunner (4aR), Vera Oberhauser (3aR) und Dominik Moser (3dR) stehen im Finale des länderübergreifenden Wissenschaftswettbewerbs "Junge Forscher gesucht". Mit ihrer Arbeit zu einem von der Astronomiegruppe neu entdeckten, variablen Stern im Sternbild "Einhorn" gelang es den Dreien, die Südtiroler Jury zu überzeugen und somit als einer von zwölf Finalisten nach Innsbruck entsandt zu werden. Dort gilt es, am 19. und 20. April 2018 einen Stand zum Projekt aufzubauen und die eigene Arbeit in 30 Minuten auf Englisch vorzustellen und zu "verteidigen".  Als Prämie winken Geldpreise von bis zu 3.000 Euro.

Der Stern mit der zugegeben etwas sperrigen Bezeichnung USNO-A2.0 0825-02657246 ging der Astrogruppe vor etwa einem Jahr bei der Beobachtung des Exoplaneten Corot-18b als Beifang zufällig ins Netz und zeigte in der mehrstündigen Aufnahmeserie eine deutliche Helligkeitsvariation. In einer zweimonatigen Kampag…

Catch a star 2017

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Gut Ding braucht Weile, und bei besonders guten Dingen dauert diese Weile schon mal fast zehn Jahre! So lange hat die Astrogruppe für die Umsetzung ihres letzten Projekts gemessen! Und es zahlte sich aus, denn es brachte uns den 2. Platz beim internationalen Wettbewerb "Catch a Star" der European Association for Astronomy Education EAAE und der Europäischen Südsternwarte ESO ein. Aber der Reihe nach...

Auf meine subtile Anregung hin haben sich die beiden engagierten Zweitklässler und Astrogruppen-Neuzugänge Elina Hell Messner  (15) und Maximilian Komar (15) im vergangenen Herbst gleich an die Umsetzung ihres ersten Projekts gemacht: Der Bestimmung der Eigenbewegung des Doppelsterns 61 Cygni.


61 Cygni ist mit nur elf Lichtjahren Distanz eines der uns nächsten Sternensysteme. Es kann im Sommer und Herbst im Sterngewimmel der Milchstrasse im Sternbild Schwan gut beobachtet werden und ist mit etwa 5 mag bei dunklem Himmel sogar mit freiem Auge erkennbar. Aufgrund der großen Nähe …

ESO Astronomy Camp 2017

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von Lisa Niederbrunner Es klingt nach einem Traum: Eine Woche lang in den italienischen Alpen verbringen, inmitten einer verschneiten Winterlandschaft, welche einem Märchen entsprungen zu sein scheint, dort mit professionellen Astronomen zu Abend essen und die sternenklare Nächte nutzen, um das Universum zu beobachten. Dieser Traum wurde für mich und gleichaltrige Schüler Wirklichkeit!
Bereits zum fünften Mal fand heuer das ESO Astronomy Camp im italienischen Aostatal statt. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, neben Experimenten und Vorlesungen auch praktische Erfahrungen im Umgang mit Teleskopen zu sammeln. Bewerben konnte sich jeder zwischen 16 und 18 Jahren. Die einzige Voraussetzung: die Leidenschaft für Astronomie. Insgesamt trafen über 190 Bewerbungen aus 19 verschiedenen Ländern ein, von denen lediglich 54 ausgewählt wurden und ich hatte das Glück, mit dem italienischen Stipendium des INAF (Istituto nazionale di astrofisica) an dieser einzigartigen Woche teilzunehmen. Am…