Astrogruppe auf Achse II

Zum Ende des Schuljahres hat sich die Astrogruppe nochmals in die große Welt hinausgewagt:

Am Montag, den 4. Juni 2018 waren Lisa, Vera, Dominik, Patrick und David in Begleitung meiner Wenigkeit beim Vereinstreffen der Amateurastronomen "Max Valier" in Bozen zu Gast. Dort durften wir einige Projekte vorstellen, an denen wir heuer gemeinsam gearbeitet hatten.

Zu Beginn stellte ich kurz den "Lebenslauf" der Astrogruppe seit ihren Anfängen im Jahr 2006 vor, dann sprach David über das Projekt, das er auch bei seiner mündlichen Maturaprüfung vorstellen wird, der Bestimmung der Masse des Uranus aus Beobachtungen in fünf Nächten im Oktober 2018. Davids Projekt besticht insbesondere durch die erstaunlich hohe Genauigkeit des Endergebnisses bei gleichzeitig nur einer einzigen, nicht selbst gemessenen Größe, nämlich der Distanz Erde-Sonne. Dieses Projekt wird das Thema unseres nächsten Blogartikels sein!

Nach David sprach Patrick, und auch er stellte sein Maturathema vor, und zwar die Ergebnisse seiner Spektroskopie-Kampagne des Doppelsterns VV Cephei. Dieses hochkomplexe Sternensystem in ca. 5000 Lichtjahren Entfernung beschäftigt die Astrogruppe schon seit Anfang des Schuljahres und war mit zwölf investierten Beobachtungsnächten das aufwändigste heurige Projekt. Bislang gibt es erst einen Blogartikel zu diesem Thema, doch ein Fazit mit der Vorstellung der Ergebnisse folgt bald!

Lisa, Vera und Dominik beschlossen unseren Besuch in Bozen mit der Präsentation ihrer Arbeit zum variablen Stern USNO-A2.0 0825-02657246. Auch in dieses Projekt hat die Astrogruppe heuer viel Zeit und Mühe gesteckt, was schließlich mit dem Sieg im länderübergreifenden Wettbewerb "Junge Forscher gesucht!" honoriert wurde. Wem diese tolle Neuigkeit entgangen sein sollte, der kann darüber im letzten Blogeintrag lesen.

Die Delegation der Astrogruppe beim Vereinstreffen der Amateurastronomen "Max Valier" am 04.06.18 in Bozen!
Von links: Vera, Dominik, Lisa, Christof, Patrick und David.

Das aufmerksame Fachpublikum lauschte all unseren Ausführungen gespannt und es gab mehrmals großen und herzlichen Applaus! Wir haben uns über diese Anerkennung sehr gefreut! Auch der am Ende überreichte Gutschein für einen gemeinsamen Beobachtungsabend an der Sternwarte in Gummer ist etwas ganz Besonderes, denn schließlich kriegt man nicht alle Tage ein Teleskop mit 80 cm Spiegeldurchmesser "in die Finger"!



Eine Woche später, am 11.06.18, führte der Weg die Astrogruppe nochmals in die Landesmitte, dieses Mal verstärkt durch einige an Physik interessierte Schüler der 5bR. Im Planetarium Gummer sollte an diesem Montagvormittag ein Film über die mysteriöse Dunkle Materie, einem der großen Rätsel der Astrophysik, gezeigt werden. Das Highlight war der anschließende Vortrag von Dr. Günther Dissertori, Professor an der ETH Zürich und einer der führenden Mitarbeiter am Teilchenbeschleuniger CERN. Mit viel Fachwissen und ebenso viel Humor sprach er eine Stunde lang über den Aufbau der Materie, der Funktionsweise des Teilchenbeschleunigers, über seinen beruflichen Werdegang und auch über seine philosophischen Ansichten zu Universum und Wissenschaft.

Die Zeit verging leider viel zu schnell, sodass noch viele Fragen im Anschluss offen waren. Während des Versuchs, doch noch Aufschluss über diese Rätsel von Prof. Dissertori zu  erhaschen, entwischte uns sogar der Bus, welcher uns von Gummer nach Bozen hinunter bringen sollte. Soviel dazu, wie in unserer Astrogruppe die Prioritäten gesetzt werden! 😉


Die Astrogruppe beim Vortrag von Prof. Dr. Günther Dissertori.

Christof Wiedemair

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