Posts

Déjà-vu

Bild
"Als Déjà-vu bezeichnet man eine Erinnerungstäuschung, bei der eine Person glaubt, ein gegenwärtiges Ereignis früher schon einmal erlebt zu haben. [...] Ein Déjà-vu tritt beim gesunden Menschen vereinzelt spontan, im Zustand der Erschöpfung oder bei Vergiftungen, aber auch in Träumen gehäuft auf." So warnt Wikipedia.

Am 10. Oktober 2019 hatte ich, wie auch etliche weitere Personen die im Foyer des Krankenhauses von Bruneck zugegen waren, plötzlich das Gefühl, das gerade stattfindende Ereignis schon einmal durchlebt zu haben. Doch glücklicherweise waren weder ein trügerischer Tagtraum, noch ein Anfall kollektiver Erschöpfung, noch eine vergeltungswürdige Vergiftung durch irgend ein fest/flüssig/gasförmiges Agens die Ursache. Im Gegenteil! Der Verein "Lichtung/Girasole" hatte zu seiner alljährlichen Ausstellungseröffnung geladen und dieses Jahr, zu unserer großen Freude, wieder mit Beteiligung der Astronomiegruppe "astrocusanus"! Zuletzt gab es dieses Joint…

Die drei Praktikanten

Bild
Drei Schüler der Astronomiegruppe hatten zu Beginn des Schuljahres 2019/20 die ganz besondere Möglichkeit, an der Universitätssternwarte in München ein Praktikum zu absolvieren. Der gebürtige Eppaner und Freund der Astrogruppe Dr. Arno Riffeser nahm Vera, Pauline und Dominik unter seine Fittiche und gewährte ihnen fünf Tage lang Einblick in die Welt eines Astrophysikers. 

Vera berichtet im nachstehenden Bericht über die Erlebnisse!

*************************

Im September war es wieder soweit und viele mussten die Schulbank drücken. Zuvor hieß es aber noch für einige unserer Astrogruppe ab in den Außendienst! Pauline (Matura 2019), Dominik (5dR) und Vera (5aR) machten sich auf nach München zur Sternwarte der Ludwig Maximilian Universität. Dr. Arno Riffeser, welcher dort seinen Arbeitsplatz hat, lud nämlich zum fünftägigen Praktikum inklusive einer Nächtigung am Wendelstein Observatorium ein — und das wollten wir uns nun wirklich nicht entgehen lassen!

Montag, 2. September 2019. Nach eine…

Interview mit Davide Cenadelli

Bild
So wie bereits vor einem Jahr fand auch während den diesjährigen Weihnachtsferien das ESO Astronomie-Camp in Saint Barthelemy im Aostatal statt. 53 Jugendliche aus aller Welt in den italienischen Alpen, und alle wollten sie mehr über die Geheimnisse, welche das Universum verbirgt, wissen. Dieses Jahr waren "Exoplaneten" das Hauptthema und, da es das Wetter glücklicherweise erlaubte, wurden fast täglich Beobachtungen im nahegelegenen Observatorium durchgeführt. Dort traf man dann die beiden Astronomen Andrea Bernagozzi und Davide Cenadelli an, mit welchen man dann sowohl mit dem Teleskop als auch mit dem bloßen Auge den Nachthimmel erforschte.

Im Laufe des Camps hielten diese beiden auch einige Vorlesungen, bei welchen sich vor- und nachher immer die Möglichkeit ergab, ungeklärte Fragen zu stellen; ob es nun Fragen über während den Vorlesungen angesprochene Thematiken waren oder auch über ganz andere Mysterien des Universums, keine blieb unbeantwortet! Viele wollten auch mehr…

Auf Pirsch am Frühlingshimmel

Bild
In der Poebene, in Ponte di Piave, lebt in einer beschaulichen Wohnsiedlung ein liebenswürdiger, älterer Herr, welchem man auf den ersten Blick nicht anmerkt, dass er in Wahrheit ein gewieftes Raubtier ist! Paolo Campaner, so sein Name, ist nämlich einer der erfolgreichsten Supernovajäger der Welt und hat, trotz der harten Konkurrenz durch vollautomatische Suchprogramme der Profiastronomen, in den letzten fünf Jahren ganze 12 dieser fernen Sternenexplosionen "erbeutet"!

Was sind Supernovae?
Als Supernova-Explosion bezeichnet man die extrem heftigen Ereignisse am Ende des Lebens eines massereichen Sterns. Bei dessen Kollaps kann soviel Energie freigesetzt werden, dass die Supernova das kombinierte Licht aller anderen Sterne ihrer Heimatgalaxie überstrahlt und so über hunderte Millionen Lichtjahre hinweg sichtbar wird. Supernovaereignisse sind selten! In unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße, rechnet man etwa alle 50 Jahre mit einem solch gewaltigen Leuchtfeuer. Das nächste…

Westwärts

Bild
Nach mehrjähriger und geduldig ertragener Askese sollte es für die Astrogruppe im April 2019 endlich wieder mal auf eine Reise gehen! Einer Anregung unseres rührigen Mitglieds Dominik folgend, wollten wir Herrn Prof. Günther Dissertori von der ETH Zürich an seinem "Arbeitsplatz" besuchen, am Forschungszentrum CERN in Genf. Dort ruht in einer Tiefe von etwa 100 m unter der schweizer-französischen Grenze der LHC, der Large Hadron Collider, eine Maschine der absoluten Superlative!

Die lange und beschwerliche Busfahrt von Bruneck bis Genf wollten wir jedoch nicht in einem Streich zurücklegen, sondern uns - Vorfreude ist die schönste Freude - zuvor ordentlich auf das nahende Highlight einstimmen! So fiel die Wahl auf das Science Centre Technorama in Winterthur und auf das Kernkraftwerk Gösgen als zusätzliche Programmhighlights. Die beiden Städte Zürich und Bern sowie das Berner Wohnhaus von Albert Einstein planten wir "im Vorbeigehen" mitzunehmen.

Gesagt, getan! Am früh…

46P/Wirtanen - Die Haartracht des Kometen

Bild
Der Komet 46P/Wirtanen war im Dezember 2018 unser favorisiertes Beobachtungsobjekt. Im Blogartikel vom 31. Dezember berichtete ich von unserer gelungenen Entfernungsbestimmung durch die Zusammenarbeit mit einem indischen und einem deutschen Amateurastronomen. In diesem Artikel nun soll es um unseren genauen Blick auf "des Pudels Kern" gehen, sprich um die Suche nach Strukturen in der inneren Gashülle des Kometen, der sog. "Koma". Der Name Koma stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie "Haar". Damit war also unsere Forschungsfrage gefunden: "Hat Wirtanen die Haare schön?"

Gelangt ein Komet in Sonnennähe, so beginnen leicht flüchtige Substanzen durch die gestiegene Lichteinwirkung zu sublimieren. Diese Moleküle bilden nach und nach eine große Gashülle um den Kometenkern und machen den Kometen am Himmel zu einem mal mehr, mal minder auffälligen Objekt. Die Ausgasung geschieht keinesfalls in gleichem Maße über die ganze Oberfläche des Kome…

Auf "Blut" folgt "Bunt"

Bild
Nachdem der Jänner das Vergnügen hatte uns einen - Vorsicht, neues Modewort - "Blutmond" 👻 bescheren zu dürfen, wollte der Februar dem natürlich nicht nachstehen. Und so legte er eine volle Woche tadellosen Astrowetters aufs Parkett, welches uns wiederholt in die kalten Winternächte trieb. Da just zu dieser Zeit der alte, gute Mond uns sein zunehmend runderes Gesicht zeigte, geriet er in unser Visier.

Ein Plan war schnell gefasst: Mit ausgefeilter Aufnahme- und Bearbeitungstechnik wollten wir dem fahlen Mondlicht seine Farben entlocken. Nein, das ist kein Druckfehler meinerseits bzw. Sehfehler leserseits. Der Mond zeigt aufgrund von lokalen Variationen in der chemischen Zusammensetzung seiner Oberfläche Farbunterschiede, wenngleich diese auch nur winzig sein mögen. Schafft man es, ein ausgesprochen rauscharmes Bild zu gewinnen, so lassen sich diese Feinheiten mittels beharrlichem Feilschen mit dem Sättigungsregler herausarbeiten.

Um das angesprochene, rauscharme Ausgangsbil…